Freiflächen-Photovoltaik 2026: Solarpark planen, genehmigen und bauen

Freiflächen-Photovoltaik trägt den deutschen Solarausbau: Im ersten Halbjahr 2026 entfiel gut die Hälfte des neu installierten Zubaus auf Freiflächenanlagen. Diese Seite zeigt, was Photovoltaik-Freiflächenanlagen je Hektar kosten und erlösen, welche Flächen sich eignen, welcher Rechtsrahmen gilt und wie ein Solarpark von der Flächenprüfung bis zum Netzanschluss entsteht. Alle Zahlen tragen Quelle und Stand.

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4,79 ct/kWh
Zuschlagswert, Gebotstermin 1. Juli 2026 (Bundesnetzagentur)
rund 1 MW je Hektar
Belegungsdichte moderner Freiflächenanlagen (Fraunhofer ISE)
700–900 €/kWp
Investitionskosten ab 1 MWp (Fraunhofer ISE, Juli 2024)
ab etwa 5 ha
ab dieser Flächengröße rechnen wir ein Projekt

Freiflächen-Photovoltaik in Zahlen: was ein Hektar bringt

Kurz gesagt: Ein Hektar Freifläche trägt heute rund 1 MW Leistung. Der Bau kostet damit etwa 700.000 bis 900.000 Euro. Beim Zuschlagswert der Juli-Runde 2026 von 4,79 ct/kWh ergibt sich rechnerisch ein Stromerlös von rund 41.400 bis 47.900 Euro je Hektar und Jahr, je nachdem, wie stark die Anlage abgeregelt wird.

Wer sich mit Freiflächen-Photovoltaik beschäftigt, will meist zuerst wissen, ob sich die Fläche oder das Projekt rechnet. Die Rechenkette ist kurz. Fraunhofer ISE beziffert die Belegungsdichte moderner Anlagen auf rund 1 MW je Hektar, bei Modulwirkungsgraden um 22 Prozent. Die Investitionskosten für Freiflächenanlagen ab 1 MWp liegen nach der ISE-Studie zu Stromgestehungskosten vom Juli 2024 bei 700 bis 900 Euro je Kilowatt-Peak.

Beim Ertrag unterscheidet Fraunhofer ISE zwei Größen. Physikalisch verfügbar sind im Referenzfall (Einstrahlung von 1.270 kWh je Quadratmeter Modulfläche, Performance Ratio 85 Prozent) rund 1.080 Volllaststunden. Nutzbar sind nach dem Trendszenario der Übertragungsnetzbetreiber für 2026 nur 864 Volllaststunden, mit weiter sinkender Tendenz, weil Anlagen bei negativen Preisen und Netzengpässen abgeregelt werden.

Ein Hektar Freiflächen-Photovoltaik in Zahlen
Kennzahl je HektarWertGrundlage
Installierte Leistungrund 1 MWFraunhofer ISE, Aktuelle Fakten, Fassung 20.08.2026
Investition700.000–900.000 Euro700–900 €/kWp, Fraunhofer ISE, Juli 2024
Stromertrag864.000–1.000.000 kWh/Jahr864 nutzbare Volllaststunden (ÜNB 2026) bis 1.000 kWh/kWp
Rechnerischer Erlösrund 41.400–47.900 Euro/JahrZuschlagswert 4,79 ct/kWh, Gebotstermin 01.07.2026
Fixe Betriebskostenrund 13.300 Euro/Jahr13,3 €/kW·a, ISE-Modellannahme, ohne Rückbau
Stand: 22. September 2026. Eigene Berechnung aus den genannten Quellen.

Der Zuschlagswert ist ein anzulegender Wert im Marktprämienmodell, kein garantierter Preis. In Stunden mit negativen Börsenpreisen entfällt die Förderung. Was nach Betriebskosten, Rückbaurücklage und Finanzierung als Rendite bleibt, rechnet unser Beitrag Solarpark-Rendite 2026: wie Sie vom Hektar zur IRR rechnen Schritt für Schritt vor.

Was trägt Ihre Fläche?

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Was ist eine PV-Freiflächenanlage?

Kurz gesagt: Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage ist eine bodenmontierte Solaranlage auf offenem Gelände. Die Module stehen auf Metallgestellen, meist ohne Betonfundament, sodass die Fläche nach der Betriebszeit zurückgebaut werden kann. Anders als eine Dachanlage braucht sie kein Gebäude, anders als Agri-Photovoltaik keine parallele landwirtschaftliche Nutzung.

Im Sprachgebrauch stehen Freiflächen-Photovoltaik, Freiflächen-PV, Solarpark und Freiflächen-Solaranlage für dieselbe Anlagenart; Behörden und Fachtexte kürzen Photovoltaik-Freiflächenanlagen oft als PV-FFA ab. Weil kein Dach die Ausrichtung vorgibt, lassen sich die Module frei nach Süden oder in Ost-West-Richtung aufstellen. Von den verwandten Bauformen unterscheidet sich die Freifläche vor allem bei Kosten und Förderweg.

Bauformen im Vergleich
BauformInvestition je kWpFlächennutzungTypischer Einsatz
Freiflächenanlage ab 1 MWp700–900 EuroFläche für die StromerzeugungAusschreibungen der Bundesnetzagentur
Agri-Photovoltaik (0,5–2 MWp)900–1.700 EuroLandwirtschaft läuft weiterAgrarstatus der Fläche soll erhalten bleiben
Große Photovoltaikanlage auf dem Dach900–1.600 Eurokeine BodenkonkurrenzGewerbe- und Industriedächer mit Eigenverbrauch
Quelle: Fraunhofer ISE, Studie Stromgestehungskosten erneuerbare Energien, Juli 2024.

PV-FFA mit mehr als 1 MW Leistung erhalten eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nur über einen Zuschlag in den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur. Welche Anlagenart zu welchem Profil passt, zeigt unsere Übersicht zu Photovoltaikanlagen; die Doppelnutzung mit Landwirtschaft behandelt die Seite zur Agri-Photovoltaik.

Weitläufiger Solarpark auf einer Freifläche

Welche Flächen eignen sich für Freiflächen-PV?

Kurz gesagt: Über die Eignung entscheiden Größe, Netzanschluss, Förderkulisse und Schutzstatus. Eine allgemeingültige Mindestgröße gibt es nicht; wir rechnen ab etwa fünf Hektar zusammenhängender Fläche, je nach Netzanschluss und Zuschnitt können auch drei Hektar tragen. Natura-2000- und Naturschutzgebiete scheiden für Freiflächenanlagen praktisch aus.

Für Freiflächen-PV gilt: Die Größe entscheidet, wie stark sich die festen Kosten für Planung, Gutachten, Bebauungsplan und Netzanschluss je Kilowatt-Peak verteilen. Der Netzanschluss entscheidet, ob ein Projekt überhaupt wirtschaftlich angeschlossen werden kann: Je näher ein Umspannwerk mit freier Kapazität liegt, desto kürzer und günstiger die Leitung. Die Förderkulisse entscheidet, ob die Fläche an den EEG-Ausschreibungen teilnehmen darf, und der Schutzstatus, ob sie überhaupt genehmigungsfähig ist.

Nach der Faustregel des C.A.R.M.E.N.-Leitfadens für Freiflächenanlagen (Stand März 2023) braucht eine Anlage im bayerischen Durchschnitt rund 10 Quadratmeter je Kilowatt-Peak, also etwa 1 Hektar je MWp. Eine Fläche von fünf Hektar trägt damit einen Park von rund fünf MWp.

Geeignet

  • Ackerland, Grünland, Brachland oder anderes unbebautes Gelände ab etwa 5 Hektar zusammenhängend
  • Umspannwerk mit freier Kapazität in der Nähe
  • Fläche in der EEG-Förderkulisse
  • befahrbare Zufahrt für die Bauphase

Besonders gut

  • 200-Meter-Streifen an Autobahnen oder zweigleisigen Bahnstrecken
  • Konversionsflächen und versiegelte Flächen
  • wenig Hangneigung, keine Verschattung

Nicht geeignet

  • Natura 2000, Naturschutzgebiete, gesetzlich geschützte Biotope
  • entwässerte Moorböden (in der Ausschreibung ausgeschlossen)
  • Flächen ohne erreichbaren Netzanschluss

Eigentümer, die ihre Fläche verpachten statt selbst bauen wollen, finden die Herleitung der Pacht auf unserer Seite zur Verpachtung von Flächen für Solarparks.

Rechtsrahmen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen

Kurz gesagt: Drei Regelwerke bestimmen den Bau. Das Baugesetzbuch regelt, ob die Anlage zulässig ist, das EEG, ob sie an den Ausschreibungen teilnehmen darf, und das Fernstraßengesetz, wer an Autobahnen mitredet. Seit dem 11. Januar 2023 sind Anlagen im 200-Meter-Streifen entlang von Autobahnen und zweigleisigen Bahnstrecken im Außenbereich privilegiert.

Wichtig ist die Unterscheidung der beiden Korridore: Der 200-Meter-Streifen des BauGB betrifft die Genehmigung, der 500-Meter-Korridor des EEG die Förderfähigkeit. Zwischen 200 und 500 Metern ist eine Fläche förderfähig, braucht aber einen Bebauungsplan.

Straßenrecht: das Fernstraßen-Bundesamt wird beteiligt

§ 9 Abs. 2c FStrG nimmt Anlagen zur Stromerzeugung aus solarer Strahlungsenergie ausdrücklich vom Anbauverbot an Bundesfernstraßen aus. Zu beteiligen ist trotzdem das Fernstraßen-Bundesamt oder die oberste Landesstraßenbaubehörde, wenn die Anlage an einer Autobahn bis 100 Meter oder an einer Bundesstraße außerhalb der Ortsdurchfahrt bis 40 Meter vom äußeren Rand der befestigten Fahrbahn entfernt entstehen soll. Braucht die Anlage keine Genehmigung, muss der Vorhabenträger sie vor Baubeginn anzeigen.

Biodiversität: drei von fünf Kriterien

Seit dem Solarpaket I müssen Gebote für Freiflächenanlagen nach § 37 Abs. 1a EEG mindestens drei von fünf Kriterien erfüllen:

  • die Module belegen höchstens 60 Prozent der Grundfläche des Vorhabens,
  • ein biodiversitätsförderndes Pflegekonzept, etwa höchstens zweischürige Mahd mit Abräumen oder angepasste Beweidung,
  • Durchgängigkeit für Tiere: Wanderkorridore für Großsäuger bei Seitenlängen über 500 Meter und Durchlässe für kleinere Arten,
  • standortangepasste Biotopelemente auf mindestens 10 Prozent der Anlagenfläche,
  • ein bodenschonender Betrieb ohne Pflanzenschutz- und Düngemittel, Reinigungsmittel nur biologisch abbaubar und nur wenn nötig.

Die Kriterien sind Voraussetzung für das Gebot und gehören deshalb von Anfang an in die Flächen- und Kostenplanung.

Solarpark bauen: der Ablauf

Kurz gesagt: Wer einen Solarpark bauen will, durchläuft sechs Schritte: Flächenprüfung, Flächensicherung, Bauleitplanung, Ausschreibung, Bau mit Netzanschluss und Betrieb. Den größten Zeitanteil hat die Bauleitplanung. Nach unserer Projekterfahrung dauert ein Bebauungsplan sechs bis zwölf Monate, die gesamte Entwicklung bis zur Inbetriebnahme zwei bis vier Jahre.
  1. Flächenprüfung — Größe, Netzanschluss, Förderkulisse, Schutzstatus. Nach unserer Erfahrung ein bis vier Wochen.
  2. Flächensicherung — Pacht- oder Optionsvertrag mit dem Eigentümer.
  3. Bauleitplanung — Aufstellungsbeschluss, Umwelt- und Artenschutzprüfung, Beteiligung, Satzungsbeschluss. Im privilegierten 200-Meter-Streifen entfällt der Bebauungsplan.
  4. Ausschreibung — Gebot bei der Bundesnetzagentur zu einem der drei Gebotstermine am 1. März, 1. Juli und 1. Dezember (§ 28a Abs. 1 EEG), alternativ ein Stromabnahmevertrag.
  5. Bau und Netzanschluss — Unterkonstruktion, Module, Wechselrichter, Übergabestation, Kabeltrasse.
  6. Betrieb — technische und kaufmännische Betriebsführung, Grünpflege, Monitoring über 20 Jahre und mehr.

Bauleitplanung, Artenschutz und Netzanschluss laufen parallel und bedingen einander. Wer die Netzanschlussanfrage erst nach dem Bebauungsplan stellt, verliert Zeit; wer den Artenschutz zu spät kartiert, im Zweifel eine Vegetationsperiode. Kommunen mit Erfahrung in Solarpark-Verfahren sind nach unserer Beobachtung deutlich schneller als Gemeinden, die ihren ersten Bebauungsplan für eine Freiflächenanlage aufstellen.

Der Netzanschluss ist der zweite kritische Pfad. Viele geeignete Flächen liegen im ländlichen Raum, wo die Netzkapazität oft knapp ist; der Netzbetreiber prüft, ob sein Netz den zusätzlichen Strom aufnehmen kann. Die Netzanschlussanfrage gehört deshalb an den Anfang jeder Planung. Kleinere Parks schließen an das Mittelspannungsnetz des Verteilnetzbetreibers an, große Projekte an das Hochspannungsnetz. Ein erfahrener Projektierer lehnt Flächen ab, für die er keinen realistischen Anschluss sieht — das schützt Eigentümer vor Verträgen, die jahrelang ohne Projekt laufen.

Techniker bei der Wartung der Module in einem Solarpark

Was kostet ein Solarpark?

Kurz gesagt: Freiflächenanlagen ab 1 MWp kosten nach Fraunhofer ISE 700 bis 900 Euro je Kilowatt-Peak schlüsselfertig, ein Hektar mit rund 1 MW also 700.000 bis 900.000 Euro. Die Stromgestehungskosten liegen zwischen 4,1 und 6,9 Cent je Kilowattstunde, je nach Standort. Für den laufenden Betrieb setzt das ISE 13,3 Euro je Kilowatt und Jahr an.
Kostenblöcke einer Freiflächenanlage
KostenblockWertQuelle
Investition Freifläche ab 1 MWp700–900 €/kWpFraunhofer ISE, Juli 2024
Investition Agri-PV 0,5–2 MWp900–1.700 €/kWpFraunhofer ISE, Juli 2024
Fixe Betriebskosten Freifläche13,3 €/kW·a (Modellannahme)Fraunhofer ISE, Juli 2024
Stromgestehungskosten Süd4,1–5,0 ct/kWhFraunhofer ISE, Juli 2024
Stromgestehungskosten Nord5,7–6,9 ct/kWhFraunhofer ISE, Juli 2024
Quelle: Fraunhofer ISE, Studie Stromgestehungskosten erneuerbare Energien, Juli 2024. Neuere Ausgabe liegt nicht vor.

Die Investitionssumme enthält Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Tiefbau, Netzanschluss und Planung. Zwei Posten fehlen in vielen Überschlagsrechnungen. Erstens der Rückbau: Die ISE-Betriebskosten enthalten ihn ausdrücklich nicht, Genehmigungsbehörden verlangen dafür in der Regel eine Sicherheit, meist eine Bankbürgschaft. Zweitens der Netzanschluss, der je nach Entfernung zum Umspannwerk einen erheblichen Teil der Investition ausmachen kann.

Die Stromgestehungskosten zeigen, warum Freiflächenanlagen die günstigste Form der Solarstromerzeugung sind: Durch Skaleneffekte, standardisierte Unterkonstruktionen und ebenerdige Montage liegen sie unter denen großer PV-Anlagen auf Dächern und fossiler Neuanlagen. Die vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Betriebskosten, Rückbau und IRR finden Sie im Beitrag zur Solarpark-Rendite.

Vergütung: Ausschreibung oder PPA

Kurz gesagt: Beim Gebotstermin 1. Juli 2026 lag der mengengewichtete Zuschlagswert bei 4,79 ct/kWh, die bezuschlagten Gebote zwischen 4,38 und 4,97 ct/kWh. Die Runde war mit 148,51 Prozent überzeichnet. Der Höchstwert von 5,90 ct/kWh ist nach § 37b EEG gesetzlich gedeckelt. Stromabnahmeverträge liegen derzeit bei 2,8 bis 4,0 ct/kWh.

Freiflächenanlagen über 1 MW werden über die Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für Solaranlagen des ersten Segments gefördert. Der Bieter mit dem niedrigsten Gebot erhält zuerst einen Zuschlag; sein Gebotswert wird zum anzulegenden Wert für 20 Jahre.

Zuschlagswerte Solaranlagen erstes Segment (Freifläche über 1 MW)
GebotsterminØ mengengewichteter ZuschlagswertSpanne der Zuschläge
01.07.20264,79 ct/kWh4,38–4,97 ct/kWh
01.03.20264,94 ct/kWh3,99–5,10 ct/kWh
01.12.20255,00 ct/kWh4,40–5,30 ct/kWh
Quelle: Bundesnetzagentur, Beendete Ausschreibungen Solaranlagen erstes Segment. Stand: 22. September 2026. Der Gebotstermin 1. Dezember 2026 war zu diesem Stand noch nicht bekanntgemacht.

Der Höchstwert ist gedeckelt

Der Höchstwert wird nach § 37b Abs. 1 EEG aus den vorangegangenen Runden berechnet, beträgt aber höchstens 5,9 Cent je Kilowattstunde. Eine Projektrechnung, die auf steigende Zuschlagswerte über diesen Deckel hinaus setzt, rechnet gegen den Gesetzestext.

PPA als Alternative

Statt der Ausschreibung kann der Betreiber den Strom über einen Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement, PPA) verkaufen. Der PPA-Preis-Tracker von enervis weist für einen zehnjährigen Solar-PPA in der Struktur „pay as produced“ einschließlich Herkunftsnachweisen 28 bis 40 Euro je Megawattstunde aus, Berechnungsmonat August 2026. Das liegt deutlich unter dem Zuschlagswert der Juli-Runde. Welche Förderlogik ab 2027 gilt, ordnet unser Beitrag zur CfD-Pflicht ab 2027 ein; alle Vergütungssätze erklärt der Leitfaden zur EEG-Vergütung 2026.

Freiflächen-Photovoltaik finanzieren: KfW und Steuer

Kurz gesagt: Die KfW finanziert Solarparks über das Programm 270 „Erneuerbare Energien — Standard“, Variante ohne PV-Aufdach. In der besten Preisklasse liegt der Effektivzins bei maximal 4,72 Prozent für fünf Jahre Laufzeit und bei 5,04 Prozent für 30 Jahre mit zehn Jahren Zinsbindung, Stand 17. September 2026. Steuerlich zählt vor allem die degressive Abschreibung.
KfW 270, Variante ohne PV-Aufdach — Stand 17. September 2026, Preisklasse A (maximaler Zinssatz)
Laufzeit / tilgungsfrei / ZinsbindungSollzinsEffektivzins
5 / 1 / 5 Jahre4,63 %4,72 %
20 / 3 / 10 Jahre4,94 %5,03 %
30 / 5 / 10 Jahre4,95 %5,04 %
Quelle: KfW-Konditionenanzeiger, Programm 270, Zinssätze gültig ab 17.09.2026.

Solarparks fallen unter die Variante „ohne PV-Aufdach“; die günstigere Aufdach-Variante gilt nur für Dachanlagen. Die KfW nennt je Preisklasse einen Höchstsatz, der tatsächliche Zins richtet sich nach Bonität und Besicherung und wird bei der Zusage festgelegt. Die Konditionen ändern sich teils im Abstand weniger Tage. Der Antrag läuft über die Hausbank und muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.

Steuerlich ist die degressive Abschreibung der wichtigste Hebel. Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, erlaubt § 7 Abs. 2 EStG das Dreifache der linearen Abschreibung, höchstens 30 Prozent. Bei 20 Jahren Nutzungsdauer sind das für die Anlagentechnik 15 Prozent pro Jahr. Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung nach § 7g EStG von bis zu 50 und 40 Prozent stehen nur Betrieben mit einem Gewinn bis 200.000 Euro offen und spielen für typische Projektgesellschaften selten eine Rolle.

Logic Energy ist kein Finanz- oder Steuerberater. Für die steuerliche Einordnung vermitteln wir Sie an einen unabhängigen Berater aus unserem Kooperationsnetzwerk — die Erstberatung führt dieser Berater, nicht wir.

Wie sich die Instrumente im Einzelfall kombinieren, zeigt unser Beitrag zu Photovoltaik und Steuern.

Für Flächeneigentümer: Verpachten statt selbst bauen

Kurz gesagt: Die meisten Eigentümer bauen nicht selbst, sondern verpachten ihre Fläche für 20 bis 30 Jahre an einen Projektierer. Eine amtliche Erhebung von Pachtpreisen für Solarparks gibt es nicht. Wie sich eine angemessene Pacht aus dem Erlös der Fläche herleiten lässt und welche Klauseln in den Vertrag gehören, zeigt unsere Seite zur Verpachtung.

Für den Eigentümer zählen drei Dinge: die Höhe der Pacht, ihre Sicherung über die Laufzeit und die Klauseln, die bei Rückbau, Insolvenz oder Verkauf greifen. Dazu gehören eine Indexierung, eine Rückbaubürgschaft, die Eintragung einer Dienstbarkeit im Grundbuch und klare Regeln für Verlängerungsoptionen. Steuerlich wird die Pacht als Einkunft aus Vermietung und Verpachtung erfasst, die Fläche kann ihren landwirtschaftlichen Charakter für die Erbschaftsteuer verlieren.

Die vollständige Herleitung von Pacht pro Hektar, die Vertragsklauseln und die steuerlichen Fallstricke finden Sie auf unserer Seite Fläche für Solarpark verpachten. Ihre Fläche prüfen wir kostenlos über das Formular unten auf dieser Seite.

Für Investoren: Rendite und Beteiligung

Kurz gesagt: Für Investoren ist die Freifläche die Photovoltaik-Form mit den niedrigsten Kosten je Kilowatt-Peak und den größten Projektvolumen. Die Rendite hängt vor allem von Zuschlagswert oder PPA-Preis, Abregelung, Betriebskosten und Finanzierungsstruktur ab. Eine pauschale Renditezahl ist deshalb wenig aussagekräftig; entscheidend ist die Rechnung für das konkrete Projekt.

Die Rechenkette führt vom Hektar über die Leistung und den Ertrag zum Erlös, zieht Betriebskosten und Rückbaurücklage ab und endet bei der IRR. Wie empfindlich das Ergebnis auf Zuschlagswert, Volllaststunden und Kapitalkosten reagiert, rechnet unser Beitrag zur Solarpark-Rendite mit Szenarien vor. Einen Überblick über PV-Direktinvestments als Assetklasse gibt unsere Seite zum PV-Investment.

Beteiligungen an Freiflächenprojekten sind unternehmerische Investments mit Risiken: Zuschlags- und Marktpreisrisiko, Abregelung, Genehmigungs- und Bauzeitrisiko, Zins- und Anschlussfinanzierungsrisiko. Vertragspartner bei Logic Energy ist die mediplan Helm e.K.; der Inhaber haftet als eingetragener Kaufmann persönlich und unbeschränkt nach §§ 1, 17, 19 HGB. Beteiligungen sind ab 100.000 Euro möglich.

Kommunen, Natur und Akzeptanz

Kurz gesagt: Standortgemeinden profitieren zweifach: Die Gewerbesteuer eines Solarparks fließt zu neun Zehnteln an die Gemeinde, in der die Anlage steht, und der Betreiber darf der Gemeinde nach § 6 EEG bis zu 0,2 ct/kWh für den eingespeisten Strom anbieten. Dazu kommt ein Nutzen für die Artenvielfalt, wenn die Fläche extensiv gepflegt wird.

Nach § 29 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a GewStG wird die Gewerbesteuer bei Solarparks zu neun Zehnteln nach der installierten Leistung und zu einem Zehntel nach den Arbeitslöhnen zerlegt — die Standortgemeinde erhält damit den Großteil, auch wenn der Betreiber woanders sitzt. Die Beteiligung nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 3 EEG ist freiwillig. Bei einem Park, der 50 Gigawattstunden im Jahr einspeist, kommen so bis zu 100.000 Euro jährlich zusammen.

Freiflächen-Photovoltaik trägt einen großen Teil zum Ausbau der erneuerbaren Energien bei und senkt die Treibhausgasemissionen der Stromerzeugung. Auch der Flächenvergleich spricht für die Freifläche. Nach einer Auswertung, die das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende zitiert, deckt ein Hektar Freiflächen-PV den Jahresstrombedarf von rund 230 Haushalten, ein Hektar Mais für Biogas den von sieben.

Eine Studie des Branchenverbands bne vom März 2025 hat 30 Solarparks in zehn Bundesländern untersucht und dabei 385 Pflanzenarten, 36 Tagfalter-, 30 Heuschrecken- und 32 Brutvogelarten nachgewiesen. Entscheidend war nach den Autoren die Pflege der Fläche. Dem stehen berechtigte Einwände gegenüber: die Flächenkonkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion, Veränderungen des Landschaftsbilds und Habitatverluste, wenn sensible Biotope überbaut werden. Deshalb schließt das EEG entwässerte Moorböden und Natura-2000-Gebiete in benachteiligten Gebieten aus und verlangt Biodiversitätskriterien. Für das Bebauungsplanverfahren ist eine nachweisbare ökologische Aufwertung oft das Argument, das die Akzeptanz in der Gemeinde sichert. Wie sich der Zubau insgesamt entwickelt, ordnet unsere Analyse zum Photovoltaik-Zubau in Deutschland ein.

Warum Logic Energy

Persönliche Inhaberhaftung

Vertragspartner ist die mediplan Helm e.K.; der Inhaber haftet persönlich und unbeschränkt nach §§ 1, 17, 19 HGB.

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Redaktion Logic Energy

Häufige Fragen

Ab welcher Größe lohnt sich eine Freiflächenanlage?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Wir rechnen ab etwa fünf Hektar zusammenhängender Fläche, je nach Netzanschluss und Zuschnitt können auch drei Hektar tragen. Entscheidend ist, wie sich die festen Kosten für Planung, Genehmigung und Netzanschluss auf die Leistung verteilen.

Wie viel Fläche braucht ein Megawatt?

Rund einen Hektar. Fraunhofer ISE nennt für moderne Anlagen eine Belegungsdichte um 1 MW je Hektar, der C.A.R.M.E.N.-Leitfaden rund 10 Quadratmeter je Kilowatt-Peak im bayerischen Durchschnitt.

Was kostet ein Solarpark pro Hektar?

Freiflächenanlagen ab 1 MWp kosten nach Fraunhofer ISE (Juli 2024) 700 bis 900 Euro je Kilowatt-Peak. Bei rund 1 MW je Hektar sind das 700.000 bis 900.000 Euro, ohne Rückbausicherheit.

Welche Flächen sind nach dem EEG förderfähig?

§ 37 Abs. 1 Nr. 2 EEG nennt unter anderem versiegelte Flächen, Konversionsflächen, Flächen längs von Autobahnen und Schienenwegen bis 500 Meter sowie Acker- und Grünland in benachteiligten Gebieten. Entwässerte Moorböden sind ausgeschlossen.

Was regelt der 200-Meter-Streifen im BauGB?

Seit dem 11. Januar 2023 sind Solaranlagen bis 200 Meter entlang von Autobahnen und Schienenwegen mit mindestens zwei Hauptgleisen im Außenbereich privilegiert (§ 35 Abs. 1 Nr. 8 Buchst. b BauGB). Dort ist kein eigener Bebauungsplan nötig.

Wie hoch ist der Zuschlagswert 2026?

Beim Gebotstermin 1. Juli 2026 lag der mengengewichtete Zuschlagswert bei 4,79 ct/kWh, die Spanne bei 4,38 bis 4,97 ct/kWh. Der Höchstwert von 5,90 ct/kWh ist nach § 37b Abs. 1 EEG gesetzlich gedeckelt.

Wie lange dauert es, einen Solarpark zu bauen?

Nach unserer Projekterfahrung dauert der Bebauungsplan sechs bis zwölf Monate, die gesamte Entwicklung von der Flächenprüfung bis zur Inbetriebnahme zwei bis vier Jahre. Im privilegierten 200-Meter-Streifen entfällt der Bebauungsplan.

Quellen und Hinweis

Alle Quellen wurden am 22. September 2026 abgerufen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Angaben zu Rendite, Ertrag, Erlösen, Pacht und Kosten sind Beispielrechnungen oder Marktbeobachtungen zum genannten Stand und keine Zusage künftiger Ergebnisse; die tatsächlich erzielbaren Werte hängen von Standort, Anlagenauslegung, Vertragsgestaltung und Marktentwicklung ab. Für Ihre individuelle Situation wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater, Rechtsanwalt oder Anlageberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 22. September 2026. Logic Energy ist selbst kein Finanz- oder Steuerberater. Auf Wunsch vermitteln wir an unabhängige Finanzberater aus unserem Kooperationsnetzwerk; die Erstberatung führen diese Berater durch, damit die Einschätzung zu Ihrer Situation passt und nicht zu unserem Angebot.

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  • Keine Flächenversiegelung

  • Möglichkeit der Doppelnutzung

  • Beitrag zur Energiewende

Welche Flächen eignen sich?

Grundsätzlich geeignet:

  • Ackerflächen mit geringer Ertragsfähigkeit (Grenzertragsböden)

  • Grünland mit niedriger Bodenqualität

  • Konversionsflächen (ehemalige Militär-, Gewerbe- oder Industrieflächen)

  • Flächen entlang von Autobahnen und Bahnlinien (200-Meter-Streifen)

  • Brachland, Kiesgruben, Deponien (nach Sanierung)

Nicht geeignet:

  • Naturschutzgebiete

  • Flächen mit Denkmalschutz

  • Stark verschattete Flächen

  • Flächen in Überschwemmungsgebieten (ohne Sondermaßnahmen)

Für Landbesitzer:

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