Photovoltaik Braunkohle 2025: Wie Solar erstmals Braunkohle und Erdgas überholt hat

2025 hat die Photovoltaik in Deutschland erstmals mehr Strom erzeugt als Braunkohle: rund 87 TWh Solar gegen 67,2 TWh Braunkohle, Platz zwei im Strommix hinter der Windkraft. Was der Trendbruch für PV-Investoren und Unternehmen bedeutet.

Die kurze Antwort

2025 hat die Photovoltaik erstmals die Braunkohle überholt: Bei der öffentlichen Nettostromerzeugung lieferte Solar rund 71 TWh gegenüber 67,2 TWh Braunkohle, inklusive Eigenverbrauch rund 87 TWh – ein Plus von 21 Prozent gegenüber 2024. Solar ist damit die zweitstärkste Stromquelle des Landes hinter der Windkraft (Fraunhofer ISE, Energy-Charts, Stand Januar 2026).

Dieser Artikel richtet sich an Investoren, die in Photovoltaik-Anlagen investieren möchten, sowie an Unternehmen, die den Markt einordnen wollen. Betriebe, die eine eigene Anlage für den eigenen Standort suchen, finden den passenden Einstieg auf unserer Seite zur eigenen PV-Anlage für Ihren Betrieb. Der Trendbruch von 2025 ist kein Wettereffekt eines sonnigen Sommers, sondern das Ergebnis struktureller Verschiebungen im deutschen Strommarkt. Das Thema Photovoltaik Braunkohle 2025 ist damit mehr als eine Statistik: Die Verschiebung im Strommix hat direkte Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen und die Wirtschaftlichkeit von PV-Projekten.

Die Datengrundlage dieses Artikels bilden die Jahresauswertung der Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur, von Destatis, BDEW/ZSW, Ember sowie dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). Jede Kennzahl ist mit Quelle und Stand versehen; wo Quellen unterschiedliche Bezugsgrößen verwenden – Nettostromerzeugung, Netzeinspeisung oder Bruttostromverbrauch –, ist die jeweilige Metrik ausgewiesen, damit die Werte aus jeder Auswertung vergleichbar bleiben.

Photovoltaik überholt Braunkohle 2025: die Kernzahlen

Kurz gesagt: Photovoltaik überholte 2025 erstmals die Braunkohle bei der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland. Solar lieferte rund 71 TWh ins öffentliche Netz, Braunkohle 67,2 TWh. Rechnet man den Eigenverbrauch hinzu, erzeugten Photovoltaik-Anlagen rund 87 TWh – ein Plus von 21 Prozent gegenüber 2024. Solar rückte damit hinter die Windkraft auf Platz zwei des Strommixes.
87 TWh

PV-Bruttoerzeugung 2025 (+21 % ggü. 2024)

67,2 TWh

Braunkohle 2025 – niedrigster Stand seit 1961

rund 18 %

PV-Anteil an der Nettostromerzeugung

116,8 GWp

installierte PV-Leistung Ende 2025

Nach der Anteilsrechnung des BSW-Solar erreichte die Solarenergie 2025 rund 17 bis 19 Prozent des Strommixes und lag damit vor Erdgas (rund 16 Prozent) und Braunkohle (rund 14 Prozent). Photovoltaik hat sich damit von einer Nischentechnologie zu einer tragenden Säule der deutschen Stromversorgung entwickelt.

Zentrale Kennzahlen des Solarjahres 2025
KennzahlWert 2025Quelle / Stand
PV-Erzeugung gesamt (brutto)rund 87 TWh (davon ~16,9 TWh Eigenverbrauch)Fraunhofer ISE, Energy-Charts, Januar 2026
PV-Netzeinspeisung70,1 TWh (+17,4 %)Destatis, 6. März 2026
Wachstum gegenüber 2024+21 % / rund +15 TWhFraunhofer ISE
PV-Anteil an der Nettostromerzeugungrund 18 %BSW-Solar, Januar 2026
PV-Anteil an der Netzeinspeisung16,0 %Destatis, März 2026
Installierte PV-Leistung Ende 2025116,8 GWp (DC)Fraunhofer ISE

Wichtig für die Einordnung: Die Bruttoerzeugung von rund 87 TWh enthält den Eigenverbrauch von etwa 16,9 TWh, der nie ins öffentliche Netz fließt. Der direkte Vergleich mit der Braunkohle findet deshalb auf der Ebene der öffentlichen Nettostromerzeugung statt – und genau dort liegt Solar mit rund 71 TWh erstmals vor der Braunkohle. Getragen wird die Solarstromerzeugung von einer breiten Basis: Ende 2025 waren nach Angaben von Destatis rund 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen in Betrieb, im Marktstammdatenregister sind es einschließlich aller Kleinstanlagen rund 5,7 Millionen. Wie viel Leistung dahinter zugebaut wurde und wie sich die Anlagenstruktur verschiebt, analysieren wir separat im Beitrag zum Photovoltaik-Zubau in Deutschland.

Strommix Deutschland 2025: die neue Rangordnung

Kurz gesagt: Der Strommix 2025 zeigt eine neue Rangordnung: Windkraft an der Spitze, Photovoltaik auf Platz zwei, Braunkohle und Erdgas dahinter. Erneuerbare Energien deckten 55,9 Prozent der öffentlichen Nettostromerzeugung – und mit Wind plus Solar liegen erstmals zwei erneuerbare Stromerzeugungsquellen gemeinsam an der Spitze des deutschen Strommixes.

Erneuerbare Energien sind dabei Energiequellen, die sich auf natürliche Weise erneuern und – anders als fossile Energieträger wie Braunkohle und Erdgas – keine endlichen Ressourcen darstellen. Dazu zählen vor allem Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft und Biomasse.

Öffentliche Nettostromerzeugung nach Energieträgern 2025 (Fraunhofer ISE, Energy-Charts)
EnergieträgerErzeugung (TWh)AnteilVeränderung ggü. 2024
Windkraft (Onshore)rund 132ca. 31 %−3,2 %
Photovoltaikrund 70–71ca. 17–18 %+21 %
Braunkohle67,2ca. 16 %rückläufig
Erdgasrund 50–52ca. 12 %steigend
Biomasserund 36ca. 9 %leicht rückläufig
Steinkohlerund 26,7ca. 6 %leicht steigend
Wasserkraftrund 17ca. 4 %rückläufig
Erneuerbare gesamtrund 23555,9 %stabil
Basis: öffentliche Nettostromerzeugung, Fraunhofer ISE / Energy-Charts, Stand Januar 2026. Solar liegt erstmals vor Braunkohle und Erdgas.

Anteil erneuerbarer Energien 2025 im Strommix

Der Anteil erneuerbarer Energien lag 2025 je nach Bezugsgröße zwischen rund 55,8 und 58,6 Prozent – jeweils ein Höchststand. Bezogen auf den Bruttostromverbrauch deckten die Erneuerbaren laut BDEW und ZSW rund 55,8 Prozent, bezogen auf die öffentliche Nettostromerzeugung 55,9 Prozent (Fraunhofer ISE), bei der reinen Netzeinspeisung 58,6 Prozent (Destatis). Photovoltaik und Windenergie sind die tragenden Säulen dieses Anteils.

Diese drei Prozentwerte widersprechen sich nicht, sie beziehen sich auf unterschiedliche Größen: den gesamten Stromverbrauch inklusive Industrie-Eigenerzeugung, die öffentliche Erzeugung oder nur die Einspeisung ins allgemeine Netz. Entscheidend ist, dass alle drei Kennzahlen für den Anteil erneuerbarer Energien 2025 auf einem historischen Höchstniveau liegen – und dass der Zuwachs vor allem aus der Photovoltaik kommt, während die Windenergie zuletzt leicht nachgab. Besonders auffällig ist dabei der Rückgang der Braunkohle, den der nächste Abschnitt näher beleuchtet.

Braunkohle auf dem Niveau von 1961: warum der Rückgang strukturell ist

Kurz gesagt: Die Braunkohle-Stromerzeugung fiel 2025 auf 67,2 TWh und damit laut Fraunhofer ISE auf das niedrigste Niveau seit 1961. Braun- und Steinkohle zusammen erreichten mit 95,4 TWh ein historisches Tief. Der Rückgang ist nicht konjunkturell, sondern strukturell: Solarstrom mit Grenzkosten nahe null verdrängt teure fossile Kraftwerke systematisch aus dem Markt.

Der allgemeine Trend dahinter ist ein langfristiger Strukturwandel: Die Nutzung fossiler Energieträger wird im deutschen Stromsektor schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt. Diese Entwicklung verläuft seit Jahren stetig und weitgehend unabhängig von einzelnen Wetter- oder Konjunkturjahren. Erst auf dieser Ebene des Gesamttrends lässt sich der konkrete Marktmechanismus einordnen, der die Braunkohle Jahr für Jahr weiter zurückdrängt.

Der Merit-Order-Effekt im Detail

Der Mechanismus dahinter heißt Merit-Order-Effekt. Am Strommarkt bestimmen die Kraftwerke mit den niedrigsten variablen Kosten den Zuschlag. Solaranlagen bieten ihren Strom zu Gestehungskosten nahe null an und werden deshalb vorrangig eingespeist. Braunkohle- und Gaskraftwerke mit hohen Brennstoffkosten laufen entsprechend seltener und geraten dauerhaft unter Druck. Verstärkt wird der Effekt durch eine gesunkene Stromnachfrage in energieintensiven Industriezweigen.

Photovoltaik gegen Braunkohle: der Fünfjahresvergleich
JahrBraunkohlePhotovoltaikAbstand
2020rund 90 TWhrund 50 TWh40 TWh zugunsten Braunkohle
2024rund 71 TWhrund 72 TWh (brutto)Photovoltaik holt auf
202567,2 TWhrund 87 TWh (brutto)Photovoltaik vorn
Basis: Fraunhofer ISE / Energy-Charts, Jahresauswertungen. Braunkohle in Nettostromerzeugung, PV 2024/2025 als Bruttoerzeugung; für den direkten Netto-Vergleich siehe die Kernzahlen oben.

Für Investoren ist die Botschaft klar: Der Rückgang der fossilen Erzeugung ist keine Momentaufnahme, sondern ein langfristiger Trend. Wer heute in Photovoltaik investiert, setzt auf die Technologie, die den fossilen Bestand seit Jahren verdrängt – und deren Kostenvorteil mit jeder weiteren installierten Anlage wächst. Dieser Trend endet nicht an der deutschen Grenze: Europaweit zeigte sich 2025 dasselbe Bild, wie der nächste Abschnitt zeigt.

EU-Perspektive: Wind und Solar erstmals vor allen Fossilen

Kurz gesagt: Auf EU-Ebene erzeugten Wind und Solar 2025 erstmals mehr Strom als alle fossilen Energieträger zusammen (30,1 gegenüber 29,0 Prozent). EU-Solar legte um 20 Prozent auf 369 TWh zu, die Kohleverstromung fiel auf ein Rekordtief von 257 TWh. Der Trendbruch ist damit kein deutsches, sondern ein europaweites Phänomen (Ember, European Electricity Review 2026).

Auf Ebene der Europäischen Union erreichten Wind und Solar 2025 einen historischen Meilenstein: Zusammen erzeugten Windkraftanlagen und Solaranlagen mehr Strom als alle fossilen Energieträger gemeinsam. Die Kernzahlen aus dem European Electricity Review 2026 von Ember:

  • EU-Solarerzeugung 2025: 369 TWh, ein Plus von 20 Prozent beziehungsweise 62 TWh gegenüber 2024
  • EU-Kohleverstromung 2025: 257 TWh – historisches Tief, minus 4,5 Prozent
  • Wind und Solar zusammen: 30,1 Prozent (841 TWh), erstmals mehr als alle Fossilen mit 29,0 Prozent (809 TWh)
  • Kohle-Konzentration: Deutschland und Polen erzeugen zusammen über 74 Prozent des gesamten EU-Kohlestroms
  • In 19 von 27 EU-Ländern liegt der Kohleanteil bei null oder unter 5 Prozent

Für deutsche PV-Investoren ergibt sich daraus ein Standortvorteil. Trotz des Braunkohle-Rückgangs verfügt Deutschland über eine ausgereifte Projektierungs-, Bau- und Betriebsinfrastruktur für Großanlagen, die viele andere Märkte erst aufbauen. Gleichzeitig zeigt der europäische Vergleich, dass Deutschland und Polen bei der Kohle noch überdurchschnittlich exponiert sind – der Verdrängungsspielraum für Solar ist hierzulande also noch groß. Der europäische Solarboom hat jedoch eine Kehrseite, die auch den deutschen Markt prägt: Je mehr Solarstrom einspeist, desto häufiger fallen die Börsenpreise ins Negative – das Thema des nächsten Abschnitts.

Negative Strompreise 2025: 573 Stunden und ihre Konsequenzen

Kurz gesagt: Deutschland verzeichnete 2025 rund 573 Stunden mit negativen Day-Ahead-Strompreisen – ein Anstieg von etwa 25 Prozent gegenüber dem Rekord von 457 Stunden aus 2024. Für ungesicherte Anlagen ist das ein Ertragsrisiko, für flexible Erzeuger mit Speicher eine Chance. Der Markt honoriert zunehmend Flexibilität statt reiner Erzeugungsmenge.
  • Negative Preisstunden: 573 Stunden (Bundesnetzagentur / EPEX Spot, Stand März 2026)
  • Negative Tage: 110 Tage, also an fast jedem dritten Tag des Jahres
  • Tiefster Preis: minus 250,32 Euro/MWh am 11. Mai 2025
  • Anteil der Solarproduktion in negativen Preisstunden: rund 23 Prozent, gegenüber 14,5 Prozent im Vorjahr
  • Marktwert Solar im Jahresmittel: 4,508 ct/kWh (Netztransparenz / Übertragungsnetzbetreiber)

Das Solarspitzengesetz, in Kraft seit dem 25. Februar 2025, reagiert auf diese Entwicklung: Bei negativen Preisen entfällt die Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 2 kWp bereits ab der ersten negativen Viertelstunde. Neue Anlagen ohne intelligentes Messsystem dürfen zudem höchstens 60 Prozent ihrer Nennleistung ins Netz einspeisen. Als Ausgleich verlängert der Gesetzgeber den Förderzeitraum um die ausgefallenen Stunden – die Fördermenge bleibt also erhalten, nur ihr zeitlicher Anfall verschiebt sich. Die konkreten Vergütungssätze pflegen wir zentral im Leitfaden zur EEG-Vergütung 2026, die Mechanik der negativen Preise vertieft unser Leitfaden zu negativen Strompreisen für PV-Investoren.

Der Ausblick relativiert die Rekordzahl: Im ersten Halbjahr 2026 gingen die negativen Preisstunden auf rund 291 Stunden zurück – etwa 25 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (Bundesnetzagentur / naturstrom, Stand Juli 2026). Die Ausschläge fielen dafür tiefer aus. Wie sich Direktvermarktung und Marktwert konkret auf die Erlösstruktur auswirken, erklärt unser Beitrag zur Direktvermarktung von PV-Strom.

Speichermarkt 2025: Flexibilität wird zum Renditehebel

Kurz gesagt: Ende 2025 waren in Deutschland Batteriespeicher mit rund 25,5 GWh Kapazität installiert, verteilt auf über 2,2 Millionen Systeme – eine Verfünffachung in vier Jahren (BSW-Solar). Großspeicher über 1 MW wuchsen um 62 Prozent. Das Fraunhofer ISE modelliert einen Bedarf von 100 bis 170 GWh bis 2030. Der Speichermarkt wächst damit schneller als der Anlagenmarkt.

Ende 2025 waren in Deutschland Batteriespeicher mit einer kumulierten Kapazität von rund 25,5 GWh installiert, verteilt auf über 2,2 Millionen Systeme. Laut BSW-Solar hat sich die Kapazität binnen vier Jahren verfünffacht. Das dynamischste Segment sind Großspeicher über 1 MW: Ihre Kapazität wuchs 2025 um 62 Prozent, der Markt für neu installierte Großbatteriespeicher der Megawatt-Klasse hat sich mehr als verdoppelt. Der Bundesverband Solarwirtschaft unter Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig verweist auf einen kräftig anziehenden Speichermarkt – parallel zum Überholmanöver der Solarenergie gegenüber Braunkohle und Erdgas.

Der deutsche Speichermarkt Ende 2025
KennzahlWert 2025Quelle
Kumulierte Batteriekapazitätrund 25,5 GWhMarktstammdatenregister / BSW-Solar
Installierte Systemeüber 2,2 MillionenMarktstammdatenregister
Anteil Heimspeicher an der Kapazitätrund 80 ProzentMarktstammdatenregister
Gesamtzubau 2025rund 7,3 GWh (BSW: rund 6,5 GWh)pv magazine / BSW-Solar
Kapazitätszubau Großspeicher über 1 MW+62 %Marktstammdatenregister
Modellierter Speicherbedarf 2030100 bis 170 GWhFraunhofer ISE
Quellen: BSW-Solar (Januar 2026), pv magazine / RWTH Aachen ISEA (Januar 2026), Marktstammdatenregister. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand März 2026.

Marktentwicklung bei Großspeichern

Der Speichermarkt ist damit das einzige Segment, das 2025 sowohl bei der Zahl der Anlagen als auch bei der durchschnittlichen Anlagengröße wächst. Für Projektentscheidungen ist das zentral: Ein Speicher lädt in negativpreisigen Stunden nahezu kostenlos und entlädt in teuren Spitzenzeiten. Genau dieser Zeitversatz macht aus einem Ertragsrisiko eine Erlösquelle.

Co-Location als Geschäftsmodell

Der strategische Hebel liegt in der Co-Location, also der Kombination von Photovoltaik und Batteriespeicher am selben Netzanschlusspunkt. Nach einem Whitepaper von 8Energies, enspired und Goldbeck Solar (Februar 2026) kann ein co-located Speicher den internen Zinsfuß eines neuen Solarprojekts um rund 29 Prozent verbessern; bei Bestandsanlagen sind es bis zu 24 Prozent. Wie Co-Location im gewerblichen Kontext funktioniert, erläutert unser Beitrag zu Photovoltaik mit Batteriespeicher.

Drei Treiber hinter dem Rekordjahr 2025

Kurz gesagt: Der Solar-Rekord 2025 ruht auf drei strukturellen Kräften: regulatorische Planbarkeit durch die 20-jährige EEG-Vergütung, wirtschaftliche Attraktivität durch historisch niedrige Systemkosten und die systemische Notwendigkeit flexibler Erzeuger. Alle drei wirken über 2025 hinaus und bleiben für Investitionsentscheidungen relevant.

Treiber 1: Planbarkeit durch die 20-jährige EEG-Vergütung

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sichert Photovoltaikanlagen eine feste Vergütung über 20 Jahre, für größere Freiflächenanlagen über Ausschreibungen mit gesicherten Preisen. Diese Planbarkeit über zwei Jahrzehnte steht nur wenigen Anlageklassen zur Verfügung. Selbst das Solarspitzengesetz, das negative Preisstunden aus der Vergütung herausnimmt, erhält die Gesamtfördermenge durch die Verlängerung des Förderzeitraums. Das Ausbauziel von 215 GW installierter Photovoltaikleistung bis 2030 ist politisch verankert und wird vom Bundeswirtschaftsministerium unter Ministerin Katherina Reiche als Teil der Energiewende fortgeführt.

Treiber 2: Wirtschaftlichkeit auf historischem Höchststand

Die Systemkosten für Photovoltaik liegen 2026 auf einem Tiefstand. Große Freiflächenanlagen ab 1 MWp kosten rund 700 bis 900 Euro/kWp, gewerbliche Dachanlagen 900 bis 1.600 Euro/kWp (Fraunhofer ISE). Die Stromgestehungskosten für Freiflächen-PV bewegen sich je nach Standort zwischen 4 und 7 ct/kWh. Der wirtschaftliche Haupthebel gewerblicher Anlagen ist dabei der Eigenverbrauch: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom und macht die Anlage unabhängiger von Einspeisevergütung und Börsenpreis.

Treiber 3: Das Netz braucht flexible Erzeuger

Deutschland benötigt Photovoltaik nicht aus Ideologie, sondern aus Systemzwang – und aus den Klimaschutzzielen, die den schrittweisen Kohleausstieg im Stromsektor vorgeben. Mit dem wachsenden Anteil volatiler Erzeugung steigt der Bedarf an Flexibilität im Stromnetz. Die anstehende Netzentgelt-Reform der Bundesnetzagentur wird dynamische Tarife einführen, die flexible Erzeuger und Speicher belohnen. Batteriespeicher, die zu niedrigen Preisen laden und zu Spitzenzeiten einspeisen, werden so zum Bestandteil der Netzstabilisierung und zu einem eigenständigen Erlösbaustein.

Was der Trendbruch für PV-Investoren bedeutet

Kurz gesagt: 2025 zeigt einen reifen, aber sich verschiebenden Markt: Photovoltaik ist die zweitstärkste Stromquelle des Landes, die fossile Erzeugung schrumpft strukturell, und der Speichermarkt wächst schneller als der Anlagenmarkt. Für Investoren verschiebt sich die Renditelogik weg von der reinen Einspeisung hin zur intelligenten Vermarktung erzeugter Kilowattstunden.

Das Jahr 2025 zeigt einen reifen, aber sich verschiebenden Markt. Die wirtschaftliche Dimension dahinter ist erheblich: Die Solar- und Speicherbranche setzte 2025 rund 30 Milliarden Euro um und beschäftigte etwa 120.000 Menschen (BSW-Solar), bei einer installierten PV-Gesamtleistung von über 116 GW. Für Investoren verschiebt sich damit die Renditelogik: weg von der reinen Einspeisung, hin zur intelligenten Vermarktung erzeugter Kilowattstunden.

Der aktuelle Marktstand untermauert die Dynamik. Im ersten Halbjahr 2026 stieg die PV-Netzeinspeisung auf 43,2 TWh, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ein Allzeithoch für ein Halbjahr; der Solaranteil an der Nettostromerzeugung erreichte 18,2 Prozent (Fraunhofer ISE, Juli 2026). Die installierte Leistung wuchs bis Ende Mai 2026 auf 118,2 GWp (BSW-Solar). Der Aufwärtstrend aus 2025 setzt sich also fort.

Wie sich diese Marktlage in konkrete Renditeerwartungen, Beteiligungsformen und Laufzeiten übersetzt, behandelt unser Investment-Leitfaden zur Photovoltaik als Investment. Dort finden Sie die belegten Renditekennzahlen, die Rolle der mediplan Helm e.K. als Vertragspartner sowie die vollständigen Risikohinweise. Die entscheidenden Erfolgsfaktoren bleiben über alle Segmente konstant: Flächenverfügbarkeit und Netzanschluss bestimmen Timing und Kosten, die Standortqualität erklärt einen erheblichen Teil der Ertragsvariation, und die Qualität der Betriebsführung entscheidet über die Rendite auf lange Sicht.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Renditeangaben basieren auf historischen Werten der Firmengruppe Helm und sind keine Garantie zukünftiger Ergebnisse. Vertragspartner für PV-Direktinvestments ist die mediplan Helm e.K. (eingetragener Kaufmann mit persönlicher Inhaberhaftung nach Paragrafen 1, 17, 19 HGB). Für Ihre individuelle Situation wenden Sie sich an einen zugelassenen Berater. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Juli 2026.

Vom Markttrend zum konkreten Investment

Logic Energy projektiert und baut Photovoltaikanlagen für Investoren und Unternehmen – vom Standort-Screening über die Finanzierungsstruktur bis zur langfristigen Betriebsführung. Wenn Sie wissen möchten, wie sich der Markttrend 2025 in ein konkretes Investment für Sie übersetzen lässt, sprechen Sie uns an.

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Häufige Fragen (FAQ)

Hat Photovoltaik 2025 wirklich die Braunkohle überholt?

Ja. Bei der öffentlichen Nettostromerzeugung lieferte Photovoltaik 2025 rund 71 TWh gegenüber 67,2 TWh aus Braunkohle. Inklusive Eigenverbrauch erzeugte Solar rund 87 TWh, ein Plus von 21 Prozent gegenüber 2024. Solar ist damit die zweitstärkste Stromquelle Deutschlands hinter der Windkraft (Fraunhofer ISE, Januar 2026).

Wie hoch war der Photovoltaik-Anteil am Strommix 2025?

Der Anteil der Photovoltaik lag 2025 bei rund 18 Prozent der Nettostromerzeugung (BSW-Solar) beziehungsweise 16,0 Prozent der Netzeinspeisung (Destatis). Erneuerbare Energien insgesamt deckten rund 55,8 Prozent des Bruttostromverbrauchs (BDEW/ZSW) – ein historischer Höchststand.

Warum sinkt die Braunkohle-Stromerzeugung so stark?

Solarstrom mit Grenzkosten nahe null wird über den Merit-Order-Effekt vorrangig eingespeist und verdrängt teure Braunkohlekraftwerke aus dem Markt. 2025 fiel die Braunkohle-Erzeugung auf 67,2 TWh, das niedrigste Niveau seit 1961. Der Rückgang ist strukturell, nicht konjunkturell, und setzt sich seit Jahren fort.

Was bedeuten negative Strompreise für PV-Investoren?

2025 gab es 573 Stunden mit negativen Preisen. Für ungesicherte Anlagen entfällt in diesen Stunden die Vergütung. Anlagen mit Batteriespeicher können die Logik umkehren: Sie laden günstig und speisen zu teuren Zeiten ein. Flexibilität wird so vom Risiko zur Erlösquelle. Details klärt der Leitfaden zu negativen Strompreisen.

Wie entwickelt sich der Speichermarkt in Deutschland?

Ende 2025 waren rund 25,5 GWh Batteriekapazität installiert, verteilt auf über 2,2 Millionen Systeme – eine Verfünffachung in vier Jahren. Großspeicher über 1 MW wuchsen um 62 Prozent. Das Fraunhofer ISE modelliert einen Bedarf von 100 bis 170 GWh bis 2030. Der Speichermarkt wächst schneller als der Anlagenmarkt.

Lohnt sich ein PV-Investment nach dem Rekordjahr 2025 noch?

Der Markt ist reif, aber die Renditelogik verschiebt sich von der reinen Einspeisung zur intelligenten Vermarktung. Historisch niedrige Systemkosten, planbare Rahmenbedingungen und der Speicherhebel sprechen für ein Investment. Die individuelle Eignung ist im Einzelfall zu prüfen; belegte Kennzahlen enthält unser Investment-Leitfaden.

Gilt der Trend auch europaweit?

Ja. Laut dem European Electricity Review 2026 von Ember erzeugten Wind und Solar 2025 in der EU erstmals mehr Strom als alle fossilen Energieträger zusammen (30,1 gegenüber 29,0 Prozent). EU-Solar legte um 20 Prozent auf 369 TWh zu, die Kohleverstromung fiel auf ein Rekordtief von 257 TWh.

Fazit

2025 markiert einen strukturellen Wendepunkt im deutschen Strommarkt: Photovoltaik hat die Braunkohle bei der Stromerzeugung überholt und ist zur zweitstärksten Quelle hinter der Windkraft aufgestiegen. Der Rückgang der fossilen Erzeugung ist strukturell, der europäische Vergleich bestätigt den Trend, und der Speichermarkt öffnet mit Co-Location eine neue Renditeebene. Für Investoren und Unternehmen ist die Lage damit klarer als in den Vorjahren: Die Rahmenbedingungen sind planbar, die Systemkosten historisch niedrig, und die Marktdaten des ersten Halbjahres 2026 bestätigen den Aufwärtstrend. Logic Energy projektiert und baut Photovoltaikanlagen für Investoren und Unternehmen – von der Flächenakquise bis zum langjährigen Anlagenbetrieb.

Quellenangaben

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